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Drei Schwestern

März 15th, 2009

Inszenierung / Folkwang Hochschule – Essen

„DREI SCHWESTERN“

Anton P. Tschechow – in der Übersetzung von Peter Urban

Die minimalistische  und stark gekürzte Inszenierung von Ruth Schultz untersucht, wie sich Menschen in starre, selbstgebaute Systeme fügen, um ihre Idealvorstellung vom sinnvollen, selbstbestimmten und also glücklichen Leben unangetastet und unausprobiert aufrecht erhalten zu können. Die drei Schwestern und ihr Bruder erscheinen als anstvoll- und genervt-passive Figuren, die einen ewigen Kompromiss leben, der sich auf ihr emotionales, soziales und politisches Handeln (bzw. Nicht-Handeln) auswirkt: So verlassen im Laufe des auf sieben Figuren reduzierten Stückes die Schwestern niemals ihre Welt, die Hollywoodschaukel. Einzig in den sehnsuchtsvollen Gesangsmomenten lösen sich die Figuren der drei Schwestern aus ihrem inneren Käfig und treten auf den Zuschauer zu.

So konzentriert sich diese Inszenierung auf die Enge des familiären Systems und nur als von Außen auftretende Figuren (Tuzenbach, Versinin und Anfissa) nutzen die Darteller den Freiraum der Bühne – und führen auf dieser Ebene die Konflikte der Geschwister fort, ohne sie jemals zu lösen. Die von Tschechow beschriebene Langeweile wird so zum Symptom der ängstlich aufgeschobenen Sinnsuche unserer Zeit.

Gerahmt wird diese Zustandsbeschreibung vom Flimmern und Rauschen der Medien, das Fabian Kollakowski für diese Inszenierung gestaltet hat.

Eingeladen zur Young Actors Week (Salzburg) und zum outnow!-Festival (Bremen)

Fotogalerie:


Mitwirkende:

Inszenierung: Ruth Schultz
Video & Sounddesign: Fabian Kollakowski
Darsteller: Elmira Bahrami, Henriette Fee Grützner, Karolina Horster, Željko Marovic

Interview mit Benati auf Kultura-Extra

November 26th, 2009

 

Im Zusammenhang mit der Uraufführung von Paradeiser entstand ein Interview (Stefan Andres) mit Daniele Benati, dem Autor der Textvorlage “Amerika gibt es nicht”.

Auf die viel zu selten gestellte Frage, ob man Literatur auch tanzen kann, hat  „paradeiser productions“ /DNS aus Münster eine beachtenswerte Antwort gegeben:

Mit „Paradeiser“ haben Regisseurin Ruth Schultz, Choreografin Malda Denana und Komponist Kai Niggemann den Roman „Amerika gibt es nicht“ des italienischen Schriftstellers Daniele Benati auf die Bühne gebracht. Stefan Andres sprach nach der Uraufführung des Stücks im Pumpenhaus in Münster mit Premierengast Benati.

Das Interview kann man im Volltext hier nachlesen: Kultura-Extra.

“sehr schönes Stück Tanztheater”

Oktober 12th, 2009

Helmut Jasnys Kritik über “Paradeiser” sei ein “sehr schönes Stück Tanztheater”. (Link zum Artikel)