Posts tagged ‘Lea Tenbrock’

AG Klang

Juni 4th, 2014

Ein Postfuturistisches Chorkonzert

Ist das ein Chor? Eine Maschine? Verrückte Geräuschemacher? Ein Donnern, Krachen, Prasseln, Grollen, Pfeifen, Zischen, Schnauben, Surren, Gurgeln, Kreischen, Knarren, Knacken, Rascheln, Knistern, Knattern, Scharren —  Der AG KLANG Geräusch-Chor ‚singt‘ die Geräusche der heutigen Arbeit. Statt auf Loopstation, Sampler und Elektronik greifen Paradeiser Productions auf das uralte Mittel Chor zurück. Zusammen mit einem Dirigenten und einem Protagonisten folgt der Chor den Spuren der Klänge heutiger Arbeitsplätze: Tastaturklicken, Lüfterrauschen, Automatenächzen, ganz kleine und ganz große Maschinen – die vorher in realen Arbeitsumgebungen dokumentierten Sounds fügen sich zu einer ungewöhnlichen und zuweilen schrägen Partitur zwischen Harmonie und Noise, Experimentalmusik und Beat Box zur menschlichen Geräuschmusik zusammen. A cappella stellt der Chor den akustisch-musikalischen Charakter unserer Arbeitswelt in den Mittelpunkt und sucht virtuose und unterhaltsame Umsetzungen.

 

Trailer:

 

Chor der Woche:

AG Klang wurde bei Deutschlandradio Kultur als „Chor der Woche“ gefeaturet. Den gesamten Beitrag über den Paradeiser Geräuschchor gibt es auf der Webseite von dradio zum Nachhören:

Deutschlandradio Kultur Beitrag aus der Reihe „Chor der Woche“ vom 13.08.2014

 

 

Fotos:

AG Klang Foto: Dominic Sehak

AG Klang Foto: Dominic Sehak AG Klang Foto: Dominic Sehak

 

AG Klang Foto: Dominic Sehak

 

Das postfuturistische Chorkonzert geht von Luigi Russolos futuristischem Manifest „Die Kunst der Geräusche“ aus, in dem er bereits vor 100 Jahren die Geräusche der modernen Welt – tönende Maschinen und lärmende Großstädte – zur wahren Musik seiner Zeit erklärte. Paradeiser Productions bauen auf dieser Idee auf: Der Chor übernimmt durch menschliche Stimmen und Körper die Reproduktion der Sounds von heute. Russolos Manifest wird auf der Bühne mit der Arbeitswelt von 2014 konfrontiert. Zwischen Rekonstruktion und Neuerfindung hinterfragen Paradeiser Productions die Grenze von Arbeit und Kultur, Mensch und Maschine. Was kommt nach dem Fortschritt?

 

Chor
Anne Besse, Jürgen Brakowsky, Michael Carneim, Martina Espeter, Carsten Flint, Barbara Geilich, Michael Jaffke, Niko Kemena, Jenny Klinge, Ari Nadkarni, Rebecca Nahrwold, Beatrix Pluta, Ulrike Sauvigny, Carina Schalk, Franziska von Schmeling, Lis Schröder, Franz Schröer, Heike Seler, Anna Stern.

Protagonist
Thomas Schweins

Konzept & Produktion
Paradeiser Productions

Musikalische Leitung
Kai Niggemann

Regie
Ruth Schultz

Dramaturgie
Kaja Jakstat

Bühne / Kostüm
Lea Tenbrock & Daniela Hohenberger

Assistenz
Lisa Kemme

Hospitanz
Frederic Merziglod

Produktionsleitung
Zwei Eulen – Büro für Kulturkonzepte

Fotos
Dominic Sehak

Videodokumentation
Jens Krause, videovita.de

 

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Münster, das Landesbüro Freie Kultur NRW / Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Fonds Darstellende Künste e.V.
Koproduktion: Theater im Pumpenhaus.

“Gib mir Kohle – ich bin du”

April 10th, 2012

Arndt Zinkant schreibt in den Westfälischen Nachrichten über “Hobophobia”

Mit Verve und bitterem Humor konfrontierte das Stück „Hobophobia“ das Publikum. Als „Live-Hörspiel“ betitelt, räumte es dem Sound viel Bedeutung ein. (…) Getragen wurde die Performance von den starken Schauspielern, die schier eruptiv den Raum in Beschlag nahmen. (…) Statements vom Marktapostel Friedrich von Hayek kommen vom Band. Das ist dicht an der Sozial-Reportage und übt jene wohlfeile Kritik an der „Marktgesellschaft“, auf die heute kaum eine Kunstproduktion verzichtet. Doch den schmerzvollen Widerspruch will das Stück nicht auflösen.„Penner“ Grüneberg grinst den Betrachter eisig an. Wie ein aggressives Flirten, das sagt: Gib mir Kohle – ich bin du.

Hobophobia

März 14th, 2012

paradeiser underground (MS) präsentiert:

Nach ihrem Keller-Kleinod Pandæmonium steigen die Tiefgänger von Paradeiser Productions nun schon zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit hinab in das Pumpenhaus-Gewölbe. Und haben dafür ein eigenes Label entwickelt, mit dem sie neben ihren Arbeiten für die große Bühne in Zukunft regelmäßig überraschende Formate für unser Basement produzieren werden: paradeiser under ground. Nach der Untersuchung der Zusammenhänge von Schreckenserzählung und internationaler Politik widmen sie sich nun in Hobophobia erneut der Frage, inwiefern sich Sicherheitsbedürfnis, Freiheitsdrang und Angstempfinden gegenseitig bedingen. Hobophobie: die Angst vor Bettlern und Pennern. Aber wer fürchtet sich hier eigentlich wovor? Und vor wem? An der Figur des Obdachlosen ergründen sie die Angst vor dem Verlust und die Befreiung von allen Zwängen. Installieren im Untergrund eine akustische Stadt der Angst, voller Geräusche, Gesprächsfetzen und Bewegungen, die einlädt zwischen Schrecken und Begehren zu wandeln – in den Streets of Münster.

 Kunst für „Kohle“:

Am Freitag 16.03. gründete die „geheimagentur“ in Oberhausen die Schwarzbank, die eine alternative Währung namens „Kohle“ ausgibt, die zwei Wochen lang vor allem in Oberhausen angenommen wurde. Für Hobophobia akzeptierten wir als erstes Theater außerhalb Oberhausens ebenfalls „Kohle“.

Wir hoffen, dass wir so einen Beitrag leisten können, Kohle bekannter zu machen und anzuregen, über Geld nachzudenken. Mehr Informationen über Kohle gibt es hier.

 

 

 

Termine:
Premiere: Mittwoch 14.03.2012
Vorstellungen: Mittwoch 21.03.2012
Donnerstag 22.03.2012
Jeweils 20:00 Uhr

Ort: Theater im Pumpenhaus
Gartenstraße 123
48147 Münster
karten@pumpenhaus.de
0251-233443

Mit:
Philip Gregor Grüneberg
Leena Keizer
Harald Redmer

Komposition/Klangraum:
Kai Niggemann

Regie:
Ruth Schultz

Dramaturgie:
Kaja Jakstat

Bühne & Kostüme:
Lea Tenbrock

Licht:
Volker Sippel

Produktionsassistenz:
Christoph Kulb

Eine Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus, Münster. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Münster. Herzlichen Dank an unsere Sponsoren.